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 <<    <     >    >>  Kapitel 31 - GUI-Dialoge

31.2 Die Layoutmanager



In vielen grafischen Oberflächen wird die Anordnung der Elemente eines Dialoges durch Angabe absoluter Koordinaten vorgenommen. Dabei wird für jede Komponente manuell oder mit Hilfe eines Ressourcen-Editors pixelgenau festgelegt, an welcher Stelle im Dialog sie zu erscheinen hat.

Da Java-Programme auf vielen unterschiedlichen Plattformen mit unterschiedlichen Ausgabegeräten laufen sollen, war eine solche Vorgehensweise für die Designer des AWT nicht akzeptabel. Sie wählten statt dessen den Umweg über einen Layoutmanager, der für die Anordnung der Dialogelemente verantwortlich ist. Um einen Layoutmanager verwenden zu können, wird dieser dem Fenster vor der Übergabe der Dialogelemente mit der Methode setLayout zugeordnet. Er ordnet dann die per add übergebenen Elemente auf dem Fenster an.

Jeder Layoutmanager implementiert seine eigene Logik bezüglich der optimalen Anordnung der Komponenten:

Neben den gestalterischen Fähigkeiten eines Layoutmanagers bestimmt in der Regel die Reihenfolge der Aufrufe der add-Methode des Fensters die tatsächliche Anordnung der Komponenten auf dem Bildschirm. Wenn nicht - wie es z.B. beim BorderLayout möglich ist - zusätzliche Positionierungsinformationen an das Fenster übergeben werden, ordnet der jeweilige Layoutmanager die Komponenten in der Reihenfolge ihres Eintreffens an.

Um komplexere Layouts realisieren zu können, als die Layoutmanager sie in ihren jeweiligen Grundausprägungen bieten, gibt es die Möglichkeit, Layoutmanager zu schachteln. Auf diese Weise kann auch ohne Vorgabe fester Koordinaten fast jede gewünschte Komponentenanordnung realisiert werden. Sollte auch diese Variante nicht genau genug sein, so bietet sich schließlich durch Verwendung eines Null-Layouts die Möglichkeit an, Komponenten durch Vorgabe fester Koordinaten zu plazieren.

31.2.1 FlowLayout

Die Klasse FlowLayout stellt den einfachsten Layoutmanager dar. Alle Elemente werden so lange nacheinander in einer Zeile angeordnet, bis kein Platz mehr vorhanden ist und in der nächsten Zeile fortgefahren wird.

Das FlowLayout wird einem Fenster durch folgende Anweisung zugeordnet:

setLayout(new FlowLayout());

Neben dem parameterlosen gibt es weitere Konstruktoren, die die Möglichkeit bieten, die Anordnung der Elemente und ihre Abstände voneinander vorzugeben:

public FlowLayout(int align)

public FlowLayout(int align, int hgap, int vgap)
java.awt.FlowLayout

Der Parameter align gibt an, ob die Elemente einer Zeile linksbündig, rechtsbündig oder zentriert angeordnet werden. Hierzu stehen die Konstanten FlowLayout.CENTER, FlowLayout.LEFT und FlowLayout.RIGHT zur Verfügung, als Voreinstellung wird FlowLayout.CENTER verwendet. Mit hgap und vgap können die horizontalen und vertikalen Abstände zwischen den Komponenten vorgegeben werden. Die Voreinstellung ist 5.

Das folgende Listing zeigt die Verwendung der Klasse FlowLayout am Beispiel von fünf Buttons, die in einem Grafikfenster angezeigt werden. Anstelle der normalen zentrierten Anordnung werden die Elemente linksbündig angeordnet, und der Abstand zwischen den Buttons beträgt 20 Pixel:

001 /* Listing3102.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3102
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3102 wnd = new Listing3102();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3102()
016   {
017     super("Test FlowLayout");
018     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
019     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
020     setLayout(new FlowLayout(FlowLayout.LEFT,20,20));
021     add(new Button("Button 1"));
022     add(new Button("Button 2"));
023     add(new Button("Button 3"));
024     add(new Button("Button 4"));
025     add(new Button("Button 5"));
026     pack();
027   }
028 }
Listing3102.java
Listing 31.2: Die Klasse FlowLayout

Das Programm erzeugt folgendes Fenster:

Abbildung 31.2: Verwendung der Klasse FlowLayout

31.2.2 GridLayout

Ein GridLayout bietet eine größere Kontrolle über die Anordnung der Elemente als ein FlowLayout. Hier werden die Komponenten nicht einfach nacheinander auf dem Bildschirm positioniert, sondern innerhalb eines rechteckigen Gitters angeordnet, dessen Elemente eine feste Größe haben.

Das Programm übergibt dazu beim Aufruf des Konstruktors zwei Parameter, rows und columns, mit denen die vertikale und horizontale Anzahl an Elementen festgelegt wird:

public void GridLayout(int rows, int columns)
java.awt.GridLayout

Beim Aufruf von add werden die Komponenten dann nacheinander in die einzelnen Zellen der Gittermatrix gelegt. Analog zum FlowLayout wird dabei zunächst die erste Zeile von links nach rechts gefüllt, dann die zweite usw.

Ähnlich wie beim FlowLayout steht ein zusätzlicher Konstruktor zur Verfügung, der es erlaubt, die Größe der horizontalen und vertikalen Lücken zu verändern:

public void GridLayout(int rows, int columns, int hgap, int vgap)
java.awt.GridLayout

Die größere Kontrolle des Programms über das Layout besteht nun darin, daß der Umbruch in die nächste Zeile genau vorhergesagt werden kann. Anders als beim FlowLayout erfolgt dieser nicht erst dann, wenn keine weiteren Elemente in die Zeile passen, sondern wenn dort so viele Elemente plaziert wurden, wie das Programm vorgegeben hat.

Das folgende Beispiel zeigt ein Fenster mit einem Gitter der Größe 4*2 Elemente, das ingesamt sieben Buttons anzeigt:

001 /* Listing3103.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3103
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3103 wnd = new Listing3103();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3103()
016   {
017     super("Test GridLayout");
018     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
019     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
020     setLayout(new GridLayout(4,2));
021     add(new Button("Button 1"));
022     add(new Button("Button 2"));
023     add(new Button("Button 3"));
024     add(new Button("Button 4"));
025     add(new Button("Button 5"));
026     add(new Button("Button 6"));
027     add(new Button("Button 7"));
028     pack();
029   }
030 }
Listing3103.java
Listing 31.3: Die Klasse GridLayout

Die Ausgabe des Programms ist:

Abbildung 31.3: Verwendung der Klasse GridLayout

Die Größe der Komponenten

Wenn wir die Größe des Fensters nicht durch einen Aufruf von pack, sondern manuell festgelegt hätten, wäre an dieser Stelle ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden bisher vorgestellten Layoutmanagern deutlich geworden. Abbildung 31.4 zeigt das veränderte Listing 31.2, bei dem die Größe des Fensters durch Aufruf von setSize(500,200); auf 500*200 Pixel festgelegt und der Aufruf von pack entfernt wurde:

Abbildung 31.4: Das FlowLayout in einem größeren Fenster

Hier verhält sich das Programm noch so, wie wir es erwarten würden, denn die Buttons haben ihre Größe behalten, während das Fenster größer geworden ist. Anders sieht es dagegen aus, wenn wir die Fenstergröße in Listing 31.3 ebenfalls auf 500*200 Pixel fixieren:

Abbildung 31.5: Das GridLayout in einem größeren Fenster

Nun werden die Buttons plötzlich sehr viel größer als ursprünglich angezeigt, obwohl sie eigentlich weniger Platz in Anspruch nehmen würden. Der Unterschied besteht darin, daß ein FlowLayout die gewünschte Größe eines Dialogelements verwendet, um seine Ausmaße zu bestimmen. Das GridLayout dagegen ignoriert die gewünschte Größe und dimensioniert die Dialogelemente fest in der Größe eines Gitterelements. Ein LayoutManager hat also offensichtlich die Freiheit zu entscheiden, ob und in welcher Weise er die Größen von Fenster und Dialogelementen den aktuellen Erfordernissen anpaßt.

Wir werden am Ende dieses Abschnitts auch Möglichkeiten kennenlernen, durch Schachteln von Layoutmanagern beide Möglichkeiten zu kombinieren: Das feste Gitterraster bleibt erhalten, aber die einzelnen Komponenten innerhalb des Gitters werden in ihrer gewünschten Größe angezeigt. Am Ende von Kapitel 32 werden wir zusätzlich kurz auf die verschiedenen Größen von Dialogelementen zurückkommen, wenn wir zeigen, wie selbstdefinierte Komponenten erzeugt werden.

 Hinweis 

31.2.3 BorderLayout

Das BorderLayout verfolgt einen anderen Ansatz als die beiden vorigen Layoutmanager, denn die Positionierung der Komponenten wird nicht mehr primär durch die Reihenfolge der Aufrufe von add bestimmt. Statt dessen teilt das BorderLayout den Bildschirm in fünf Bereiche auf, und zwar in die vier Ränder und das Zentrum. Durch Angabe eines Himmelsrichtungs-Strings wird beim Aufruf von add angegeben, auf welchem dieser Bereiche die Komponente plaziert werden soll:

Zur Übergabe dieses Parameters gibt es die Methode add der Klasse Container in einer Variante mit einem String als ersten Parameter:

public void add(String name, Component comp)
java.awt.Container

Das folgende Beispiel zeigt die Anordnung von fünf Buttons in einem BorderLayout. Jeweils einer der Buttons wird auf die vier Randbereiche verteilt, und der fünfte Button steht in der Mitte. Die Größe des Fensters wird fest auf 300*200 Pixel eingestellt:

001 /* Listing3104.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3104
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3104 wnd = new Listing3104();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3104()
016   {
017     super("Test BorderLayout");
018     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
019     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
020     setSize(300,200);
021     setLayout(new BorderLayout());
022     add("North", new Button("Button 1"));
023     add("South", new Button("Button 2"));
024     add("West",  new Button("Button 3"));
025     add("East",  new Button("Button 4"));
026     add("Center",new Button("Button 5"));
027   }
028 }
Listing3104.java
Listing 31.4: Das BorderLayout

Die Ausgabe des Programms ist:

Abbildung 31.6: Verwendung der Klasse BorderLayout

Bezüglich der Skalierung der Komponenten verfolgt BorderLayout einen Mittelweg zwischen FlowLayout und GridLayout. Während FlowLayout die Komponenten immer in ihrer gewünschten Größe beläßt und GridLayout sie immer skaliert, ist dies bei BorderLayout von verschiedenen Faktoren abhängig:

Auch beim BorderLayout kann die Größe der Lücken zwischen den Elementen an den Konstruktor übergeben werden:

public BorderLayout(int hgap, int vgap)
java.awt.BorderLayout

Wenn das vorige Beispiel ein BorderLayout mit einer vertikalen und horizontalen Lücke von 10 Pixeln definieren würde, wäre die Ausgabe des Programms wie folgt:

Abbildung 31.7: Ein BorderLayout mit Lücken

31.2.4 GridBagLayout

Das GridBagLayout ist der aufwendigste Layoutmanager in Java. Er erlaubt eine sehr flexible Gestaltung der Oberfläche und bietet viele Möglichkeiten, die in den anderen Layoutmanagern nicht zu finden sind. Der Preis dafür ist eine etwas kompliziertere Bedienung und ein höherer Einarbeitungsaufwand. Wir wollen in diesem Abschnitt die Klasse GridBagLayout vorstellen und ihre grundlegenden Anwendungsmöglichkeiten besprechen.

Um mit einem GridBagLayout zu arbeiten, ist wie folgt vorzugehen:

Das könnte beispielsweise so aussehen

001 ...
002 GridBagLayout gbl = new GridBagLayout();
003 GridBagConstraints gbc = new GridBagConstraints();
004 setLayout(gbl);
005 List list = new List();
006 gbc.gridx = 0;
007 gbc.gridy = 0;
008 gbc.gridwidth = 1;
009 gbc.gridheight = 1;
010 gbc.weightx = 100;
011 gbc.weighty = 100;
012 gbc.fill = GridBagConstraints.BOTH;
013 gbl.setConstraints(list, gbc);
014 add(list);
015 ...
Listing 31.5: Umgang mit GridBagLayout und GridBagConstraints

Das Geheimnis der korrekten Verwendung eines GridBagLayout liegt also in der richtigen Konfiguration der Membervariablen der GridBagConstraints-Objekte. Es stehen folgende zur Verfügung:

public int gridx
public int gridy

public int gridwidth
public int gridheight

public int anchor

public int fill

public double weightx
public double weighty

public Insets insets

public int ipadx
public int ipady
java.awt.GridBagConstraints

Ihre Bedeutung ist:

Um die Anwendung der Parameter zu veranschaulichen, wollen wir uns ein Beispiel ansehen. Das zu erstellende Programm soll ein Fenster mit sechs Dialogelementen entsprechend Abbildung 31.8 aufbauen. Die Liste auf der linken Seite soll beim Skalieren in beide Richtungen vergrößert werden. Die Textfelder sollen dagegen lediglich in der Breite wachsen, ihre ursprüngliche Höhe aber beibehalten. Bei vertikaler Vergrößerung des Fensters sollen sie untereinander stehen bleiben. Die Beschriftungen sollen ihre anfängliche Größe beibehalten und - unabhängig von der Fenstergröße - direkt vor den Textfeldern stehen bleiben. Auch der Button soll seine ursprüngliche Größe beibehalten, wenn das Fenster skaliert wird. Zudem soll er immer in der rechten unteren Ecke stehen. Zwischen den Dialogelementen soll ein Standardabstand von zwei Pixeln eingehalten werden.

Abbildung 31.8: Beispiel für GridBagLayout

Wir konstruieren das GridBagLayout als Zelle der Größe drei mal drei gemäß Abbildung 31.9:

Abbildung 31.9: Zellenschema für GridBagLayout-Beispiel

Die Listbox beginnt also in Zelle (0, 0) und erstreckt sich über eine Zelle in horizontaler und drei Zellen in vertikaler Richtung. Die beiden Labels liegen in Spalte 1 und den Zeilen 0 bzw. 1. Die Textfelder liegen eine Spalte rechts daneben. Textfelder und Beschriftungen sind genau eine Zelle breit und eine Zelle hoch. Der Button liegt in Zelle (2, 2). Die übrigen Eigenschaften werden entsprechend unserer Beschreibung so zugewiesen, daß die vorgegebenen Anforderungen erfüllt werden:

001 /* Listing3106.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3106
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3106 wnd = new Listing3106();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3106()
016   {
017     super("Test GridBagLayout");
018     setBackground(Color.lightGray);
019     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
020     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
021     GridBagLayout gbl = new GridBagLayout();
022     GridBagConstraints gbc;
023     setLayout(gbl);
024     
025     //List hinzufügen
026     List list = new List();
027     for (int i = 0; i < 20; ++i) {
028       list.add("This is item " + i);
029     }
030     gbc = makegbc(0, 0, 1, 3);
031     gbc.weightx = 100;
032     gbc.weighty = 100;
033     gbc.fill = GridBagConstraints.BOTH;
034     gbl.setConstraints(list, gbc);
035     add(list);
036     //Zwei Labels und zwei Textfelder
037     for (int i = 0; i < 2; ++i) {
038       //Label
039       gbc = makegbc(1, i, 1, 1);
040       gbc.fill = GridBagConstraints.NONE;
041       Label label = new Label("Label " + (i + 1));
042       gbl.setConstraints(label, gbc);
043       add(label);
044       //Textfeld
045       gbc = makegbc(2, i, 1, 1);
046       gbc.weightx = 100;
047       gbc.fill = GridBagConstraints.HORIZONTAL;
048       TextField field = new TextField("TextField " + (i +1));
049       gbl.setConstraints(field, gbc);
050       add(field);
051     }
052     //Ende-Button
053     Button button = new Button("Ende");
054     gbc = makegbc(2, 2, 0, 0);
055     gbc.fill = GridBagConstraints.NONE;
056     gbc.anchor = GridBagConstraints.SOUTHEAST;
057     gbl.setConstraints(button, gbc);
058     add(button);
059     //Dialogelemente layouten
060     pack();
061   }
062 
063   private GridBagConstraints makegbc(
064     int x, int y, int width, int height)
065   {
066     GridBagConstraints gbc = new GridBagConstraints();
067     gbc.gridx = x;
068     gbc.gridy = y;
069     gbc.gridwidth = width;
070     gbc.gridheight = height;
071     gbc.insets = new Insets(1, 1, 1, 1);
072     return gbc;
073   }
074 }
Listing3106.java
Listing 31.6: Beispiel für GridBagLayout

Das Programm besitzt eine kleine Hilfsmethode makegbc, mit der auf einfache Weise ein neues GridBagConstraints-Objekt für einen vorgegebenen Bereich von Zellen erzeugt werden kann. Die übrigen Membervariablen werden im Konstruktor der Fensterklasse zugewiesen. Abbildung 31.10 zeigt das Fenster nach dem Skalieren in x- und y-Richtung.

Abbildung 31.10: Das GridBagLayout-Beispiel nach dem Skalieren

31.2.5 NULL-Layout

Ein Null-Layout wird erzeugt, indem die Methode setLayout mit dem Argument null aufgerufen wird. In diesem Fall verwendet das Fenster keinen Layoutmanager, sondern überläßt die Positionierung der Komponenten der Anwendung. Für jedes einzufügende Dialogelement sind dann drei Schritte auszuführen:

Der erste und letzte Schritt unterscheiden sich nicht von unseren bisherigen Versuchen, bei denen wir vordefinierte Layoutmanager verwendet haben. Im zweiten Schritt ist allerdings etwas Handarbeit notwendig. Größe und Position des Dialogelements können mit den Methoden move und setSize oder - noch einfacher - mit setBounds festgelegt werden:

public void setBounds(
   int x, int y, int width, int height
)
java.awt.Component

Der Punkt (x,y) bestimmt die neue Anfangsposition des Dialogelements und (width, height) seine Größe.

Das folgende Listing demonstriert diese Vorgehensweise am Beispiel einer treppenartigen Anordnung von fünf Buttons:

001 /* Listing3107.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3107
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3107 wnd = new Listing3107();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3107()
016   {
017     super("Dialogelemente ohne Layoutmanager");
018     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
019     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
020     setSize(300,250);
021     setLayout(null);
022     for (int i = 0; i < 5; ++i) {
023       Button button = new Button("Button"+(i+1));
024       button.setBounds(10+i*35,40+i*35,100,30);
025       add(button);
026     }
027   }
028 }
Listing3107.java
Listing 31.7: Anordnen von Dialogelementen ohne Layoutmanager

Die Ausgabe des Programms ist:

Abbildung 31.11: Verwendung des Null-Layouts

31.2.6 Schachteln von Layoutmanagern

Eines der Schlüsselkonzepte zur Realisierung komplexer, portabler Dialoge ist die Fähigkeit, Layoutmanager schachteln zu können. Dazu wird an der Stelle, die ein Sublayout erhalten soll, einfach ein Objekt der Klasse Panel eingefügt, das einen eigenen Layoutmanager erhält. Dieses Panel kann mit Dialogelementen bestückt werden, die entsprechend dem zugeordneten Unterlayout formatiert werden.

Wenn wir an die in Abbildung 27.1 vorgestellte Klassenhierarchie innerhalb des AWT denken, werden wir uns daran erinnern, daß ein Panel die einfachste konkrete Containerklasse ist. Sie erbt alle Eigenschaften von Container und bietet damit die Möglichkeit, Komponenten aufzunehmen und mit Hilfe eines Layoutmanagers auf dem Bildschirm anzuordnen.

Das folgende Beispiel zeigt einen Dialog, der ein GridLayout der Größe 1*2 Elemente verwendet. Innerhalb des ersten Elements wird ein Panel mit einem GridLayout der Größe 3*1 Elemente verwendet, innerhalb des zweiten Elements ein BorderLayout:

001 /* Listing3108.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3108
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3108 wnd = new Listing3108();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3108()
016   {
017     super("Geschachtelte Layoutmanager");
018     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
019     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
020     //Panel 1
021     Panel panel1 = new Panel();
022     panel1.setLayout(new GridLayout(3,1));
023     panel1.add(new Button("Button1"));
024     panel1.add(new Button("Button2"));
025     panel1.add(new Button("Button3"));
026     //Panel 2
027     Panel panel2 = new Panel();
028     panel2.setLayout(new BorderLayout());
029     panel2.add("North",  new Button("Button4"));
030     panel2.add("South",  new Button("Button5"));
031     panel2.add("West",   new Button("Button6"));
032     panel2.add("East",   new Button("Button7"));
033     panel2.add("Center", new Button("Button8"));
034     //Hauptfenster
035     setLayout(new GridLayout(1,2));
036     add(panel1);
037     add(panel2);
038     pack();
039   }
040 }
Listing3108.java
Listing 31.8: Schachteln von Layoutmanagern

Die Ausgabe des Programms ist:

Abbildung 31.12: Verwendung eines geschachtelten Layouts

Geschachtelte Layouts können auch dann sinnvoll verwendet werden, wenn innerhalb der Bestandteile eines BorderLayouts mehrere Komponenten untergebracht werden sollen oder wenn die Komponenten eines skalierenden Layoutmanagers ihre ursprüngliche Größe beibehalten sollen.

 Tip 

Das folgende Beispiel demonstriert beide Anwendungen anhand eines BorderLayouts, das im South-Element zwei rechtsbündig angeordnete Buttons in Originalgröße und im Center-Element sechs innerhalb eines GridLayouts der Größe 3*2 Elemente angeordnete, skalierte Buttons enthält:

001 /* Listing3109.java */
002 
003 import java.awt.*;
004 import java.awt.event.*;
005 
006 public class Listing3109
007 extends Frame
008 {
009   public static void main(String[] args)
010   {
011     Listing3109 wnd = new Listing3109();
012     wnd.setVisible(true);
013   }
014 
015   public Listing3109()
016   {
017     super("Geschachtelte Layoutmanager, Teil II");
018     addWindowListener(new WindowClosingAdapter(true));
019     //Layout setzen und Komponenten hinzufügen
020     setSize(300,200);
021     //Panel 1
022     Panel panel1 = new Panel();
023     panel1.setLayout(new GridLayout(3,2));
024     panel1.add(new Button("Button1"));
025     panel1.add(new Button("Button2"));
026     panel1.add(new Button("Button3"));
027     panel1.add(new Button("Button4"));
028     panel1.add(new Button("Button5"));
029     panel1.add(new Button("Button6"));
030     //Panel 2
031     Panel panel2 = new Panel();
032     panel2.setLayout(new FlowLayout(FlowLayout.RIGHT));
033     panel2.add(new Button("Abbruch"));
034     panel2.add(new Button("OK"));
035     //Hauptfenster
036     setLayout(new BorderLayout());
037     add("Center",panel1);
038     add("South", panel2);
039   }
040 }
Listing3109.java
Listing 31.9: Eine weitere Anwendung für geschachtelte Layoutmanager

Die Ausgabe des Programms ist:

Abbildung 31.13: Ein weiteres Beispiel für geschachtelte Layouts


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