Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studienganges Bioinformatik
Allgemeines
Diese Seite soll eine erste Übersicht über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes für Studierende der Bioinformatik geben. Interessierte sollten sich rechtzeitig und ausführlich beim Akademischen Auslandsamt beraten lassen.
Längerfristig ist eine intensive Zusammenarbeit mit ausländischen Universitäten im Rahmen des Bioinformatikstudienganges geplant. Sie kann und soll auch durch den Beitrag der Studierenden gefördert werden.
Grundsätzlich ist ein Auslandssemester oder -jahr möglich. Durch das ECTS kann die Anrechnung und Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen vereinfacht werden. Unabhängig von Förderprogrammen kann sich jeder Interessierte an einer Hochschule seiner Wahl im Ausland bewerben und dort erbrachte Leistungen nach Prüfung durch das Studienbüro hier anerkennen lassen.
Die Auswahl der Hochschule und die Bewerbung dort liegen allein in der Verantwortung der Studierenden. Zur eigenen Sicherheit ist es vorteilhaft, Kurse, die im Ausland besucht werden sollen, vorher hier dem Studienbüro vorzulegen und prüfen zu lassen, inwieweit sie anrechenbar wären.
Bei Fragen der Beurlaubung vom Studium wendet man sich rechtzeitig an das Immatrikulationsbüro.
Zeitpunkt
Prinzipiell wird ein Auslandsaufenthalt im Rahmen des Bioinformatikstudiums immer begrüßt. Allerdings raten wir, diesen erst nach dem Bachelorabschluss im Rahmen des Masterstudienganges durchzuführen.
Da der Bachelorstudiengang sehr kompakt und durchgeplant ist, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass man durch einen Auslandsaufenthalt bis zu einem Jahr verliert, wenn man nicht äquivalente Kurse einbringen kann. Dies könnte relativ schwierig werden.
Besser ist, man legt das Auslandsjahr bzw. -semester während des Masterstudiums ein, da hier die Auswahl der zu besuchenden Kurse flexibler gehandhabt werden kann. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung ist auch, dass man für die Graduierten-Programme des DAAD bewerbungsberechtigt ist. Dies hat u.a. eine höhere Förderungssumme zur Folge.
Zeitraum
Nach Auskunft des Akademischen Auslandsamtes hat sich die Aufenthaltsdauer von einem akademischen Jahr als vorteilhaft erwiesen. Meistens benötigt man schon mehrere Wochen um sich zu orientieren und einzuleben. Auch der Aufwand der Organisation des Aufenthaltes steht bei einer kürzeren Aufenthaltsdauer in einem ungünstigen Verhältnis zum Nutzen.
Anrechnung der Leistung
Eine Anrechnung der Leistung wird individuell mit den Koordinatoren der Fachbereiche bzw. den Mentoren im Masterstudiengang geklärt. Um den Vorgang zu erleichtern bietet es sich an, sich an Hochschulen zu wenden, die an das ECTS angeschlossen sind, bzw. die nach dem angelsächsichen Studiensystem (Bachelor/Master) organisiert sind. Dies ist jedoch nicht Voraussetzung für die Anerkennung. Voraussetzungen für eine Anerkennung hier sind unter anderem die Vergleichbarkeit der Leistungen und Inhalte der Lehrveranstaltungen.
Am besten ist es, ihr lasst euch von der ausländischen Universität eure Noten nach unserem System bestätigen. Dafür könnt ihr euren Dozenten folgenden Text vorlegen:
*German grading system*
(for students of Bioinformatics at Freie Universität Berlin)
Only the following grades are allowed: 1.0; 1.3; 1.7; 2.0; 2.3; 2.7; 3.0; 3.3; 3.7; 4.0; 5.0.
Grading scheme:
Very good: 1.0; 1.3
Good: 1.7; 2.0; 2.3
Satisfactory: 2.7; 3.0; 3.3
Sufficient: 3.7; 4.0
Failed: 5.0
Unterstützung bei Planung und Durchführung des Auslandsaufenthaltes
Erste Anlaufstelle bei der Planung eines Auslandssemesters/jahres sollte immer das Akademische Auslandsamt der FU sein. Hier erhält man Beratung zu den unterschiedlichen Programmen, Unterstützung bei der Bewerbung sowie eine Menge Informationsmaterialien.
Drei interessante Möglichkeiten, derzeit Unterstützung für seinen Auslandsaufenthalt zu bekommen werden hier kurz vorgestellt.
DAAD
Eine Möglichkeit ist die Bewerbung bei einem der Stipendienprogramme des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) . Diese Programme beinhalten finanzielle Hilfen. Für die Bewerbung bei den ausländischen Hochschulen und die Einhaltung der dort geltenden Fristen sind die Studierenden selbst verantwortlich.
Details über die Fördermöglichkeiten des DAAD finden sich in der Informationsbroschüre: "Studium, Forschung, Lehre im Ausland; Förderungsmöglichkeiten für Deutsche" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Sie ist erhältlich bzw. einsehbar im Akademischen Auslandsamt der FU.
Man kann sich für ein Stipendium bewerben, das in monatlichen Raten ausbezahlt wird. Ggf. kann ein Zuschuss zu den im Gastland fälligen Studiengebühren gewährt werden. In manchen Fällen wird jedoch auch hier eine Eigenbeteiligung notwendig.
Die monatlichen Raten setzen sich aus einem Stipendiengrundbetrag und einer Auslandszulage zusammen. Die Höhe richtet sich nach den Gegebenheiten des Gastlandes.
Bei der Höhe der Stipendien muss nach Studierenden und Graduierten unterschieden werden. Als Studierende gelten im Bioinformatikstudium die Bachelorstudenten. Mit dem Absolvieren des Bachelorstudiums ist man graduiert, d.h. man kann sich für die höheren Graduierten-Stipendien bewerben.
Bei Studierenden wird eine Eigenbeteiligung von 400 Euro zugrunde gelegt. Bei Graduierten werden Vollstipendien gezahlt. Gewisse Eigenbeteiligungen werden aber auch hier notwendig sein. Reisekosten bzw. Reisekostenpauschalen werden ebenfalls übernommen.
Unter anderem gibt es folgende Programme:
Für Bachelorstudierende:
- Jahresstipendien für alle Fächer
- Semesteraufenthalte an einer ausländischen Hochschule für Studierende
- Kombinierte Studien- und Praxissemester im Ausland für Studierende
- Kurzfristige Studienaufenthalte für Abschlussarbeiten von Studierenden.
Für Masterstudierende:
- Jahresstipendien für Ergänzungs-, Vertiefungs- und Aufbaustudien
- Semesteraufenthalte an einer ausländischen Hochschule im Rahmen von Masterstudiengängen
- Kurzfristige Studienaufenthalte zur Anfertigung einer Masterarbeit.
Es wird empfohlen, mit der Planung eines Auslandsaufenthaltes ca. eineinhalb Jahre vor Ausreise anzufangen. Bewerbungsunterlagen des DAAD sind im Akademischen Auslandsamt erhältlich. Hier kann und sollte man sich ausführlich über die Bewerbung und die einzureichenden Unterlagen beraten lassen. Es wird nicht empfohlen, sich die Unterlagen aus dem Internet zu laden, da es hier passieren kann, dass man einiges vergisst. Unvollständige Bewerbungen werden nicht berücksichtigt.
Partneruniversitäten / Austauschprogramme der FU
Hierbei handelt es sich um ein Programm für Studierende der FU. Geboten werden in erster Linie der Erlass von (zum Teil sehr hohen) Studiengebühren an der ausländischen Hochschule, es werden auch einzelne Stipendien vergeben.
Sokrates/Erasmus-Programme der Fachbereiche
Die kooperierenden Fachbereiche im Studiengang Bioinformatik verfügen über Kontakte und Partnerschaften zu ausländischen Hochschulen. Informationen und Ansprechpartner s. Linkliste.
Länder
Es wird empfohlen, Länder und Hochschulen zu wählen, die nach dem englischen Studiensystem (Bachelor/Master) organisiert sind. Dies erleichtert sowohl die Orientierung der Studierenden bei der Auswahl der Kurse als auch die Einordnung der Veranstaltungen bei Fragen der Anerkennung.
Natürlich ist bei der Auswahl des Ziellandes auf persönliche Neigung, Sprachkenntnisse und individuelle Angebote der ausländischen Hochschulen Rücksicht zu nehmen. Es gibt keine Vorschriften bezüglich der Länderwahl. Einige Staaten bieten sich jedoch besonders an. Hier eine nicht abgeschlossene und unverbindliche Liste:
Bei den meisten Ländern gilt:
- Es werden Studiengebühren erhoben
- es werden Sprachzertifikate verlangt
- die Lebenshaltungskosten sind relativ hoch.
Großbritannien
Vorteile:
- vergleichbares Studiensystem
- mehr als 200 Hochschuleinrichtungen mit zum Teil langer Tradition und gutem Ruf
- kleine Studiengruppen
- gute Betreuung
- kein Visum erforderlich
- arbeiten in den Ferien ohne Erlaubnis möglich
Irland
Vorteile:
- vergleichbares Studiensystem
- gute Betreuung
- flexible Handhabung der Meldeformalitäten
Neuseeland
Vorteile:
- vergleichbares Studiensystem
- ermäßigte Studiengebühren für deutsche Studierende
- Arbeitserlaubnis möglich
- Hilfe bei Unterkunftssuche.
Kanada
Vorteile:
- vergleichbares Studiensystem
- v.a. im französich-sprachigen Teil gute Aussichten auf einen Studienplatz
- geringere Studiengebühren als z.B. in den USA bei ebenso guter Qualität der Lehre
- sehr einfache Einreise bei Aufenthalt bis zu einem halben Jahr
Schweden, Finnland, Norwegen
Vorteile:
- vergleichbares Studiensystem
- einfacher Aufenthalt/Einreise
- keine oder geringe Studiengebühren
- z.T. englischsprachige Programme
- Spracherwerb relativ einfach.
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Literaturhinweise
- Studium, Forschung und Lehre im Ausland - Förderungsmöglichkeiten für Deutsche des DAAD", erhältlich beim DAAD und Akademischen Auslandsamt
- Studienführer des DAAD, (ca. 15 Euro):
- USA/Kanada: ISBN 3-7639-0408-5
- Großbritannien/Irland: ISBN 3-7639-0407-7
- Nordeuropa: ISBN 3-7639-0412-3
- Australien, Neuseeland: ISBN 3-7639-0410-7 - erscheint im Juli
- Barthold, Hans-Martin, "Studieren in Europa und Übersee. USA, Australien, Asien": ISBN 3-7973-0688-1
- Gert Fehlner, Frank Lusche, J. B. Stone, "Studieren weltweit: USA und Kanada": ISBN 3-8969-4238-7
- Broschüren zu allen möglichen Ländern sind kostenlos beim Akademischen Auslandsamt erhältlich.

